Stellungnahme: Ich verlasse den Leistungssport

Seit dem Jahr 2002 bin ich nun im Leistungssport unterwegs. Nun ist es Zeit dieses Kapitel abzuschließen. Deswegen höre ich nun auf mit dem Leistungssport.

Meine Anfänge habe ich im Kanuslalom gemacht. Im Jahr 2000 bin ich im Kanuverein eingetreten. Zum damligen Zeitpunkt waren regelmäßig Sportler aus einem anderen Verein bei uns trainieren. Das fand ich so cool, da wollte ich dann mal mitmachen. Ruckzuck war ich, als sowieso schon bewegungsliebender Mensch dem Sport verfallen. Durch zahlreiche Wettkämpfe im Kajak und Canadier 2er haben wir gute Platzierungen eingefahren und durften im Nachwuchskader mitfahren.

Thorsten Bartzok im C1
C1 im Wildwasser

Rund um das Jahr 2006 war es soweit. Mein 2er Partner hatte sich zur Abizeit aus dem Leistungssport zurückgezogen. Ich bin dann noch etwas im Canadier 1ner weitergefahren und durfte auch hier viel lernen. Ein etwa 1,5 jähriger Abstecher in den C2 und C1 im Wildwasserrennsport war zusammen mit meinem Bruder nochmal recht erfolgsversprechend und wir waren auf der DM auch auf dem Treppchen. Aber auch hier trennten sich die Wege nach einiger Zeit. Mein Sport- und Geographiestudium sollte mich dann auf meine Lehrertätigkeit vorbereiten. Während des Studiums habe ich mein Unternehmen Companytrip aufgebaut. Das hat mir immer viel Spaß gemacht und war die Leidenschaft pur. Dememtsprechend viel Zeit und Energie steckte ich hierein. Der Sport rückte etwas in den Hintergrund, war aber immer präsent. Im Jahr 2017 habe ich mit meinem Weltrekord, auf dem ich mich 2 Jahre vorbereitet habe, dann nochmal einen rausgehauen. Der zündene Funke war zurück.

Zurück in den Leistungssport

Ich habe gemerkt das ich den Leistungssport vermisse und habe angefangen für den Quadrathlon zu trainieren. 2018 habe ich einige Wettkämpfe betreiten dürfen und bin Stück für Stück besser geworden. Ein paar Podestplätze waren sogar auch schon dabei. Zur Saison 2019 durfte ich für die Quadrathlon Allianz auch im Nationalteam auf internationalen Parkett weitere Erfahrung sammeln. National habe ich einen Vize-Deutschen-Meistertitel herausgeholt. Außerdem den QUAD Deutschland Cup gewonnen und weitere Podestplatzierungen rausgeholt und auch einen Sieg. Von der Leistung her durfte ich riesen Sprünge machen. In diesem Jahr habe ich 12 Quadrathlons innerhalb von 4 Monaten mitgemacht. Eine ganz schön hohe Anzahl die auch energetisch Tribut gefordert hat.

Dazu kam mein sehr fordernder Job mit den Teambuldingevents. Dieser hat weiterhin Spaß gemacht, aber die pure Leidenschaft hierfür ist nicht mehr vorhanden. Im Sommer gab es im engsten Familienumkreis dann noch eine schlimme Diagnose vom Arzt. Dies hat mich auf der einen Seite schon sehr mitgenommen, hat mir auf der anderen Seite aber auch den nötigen Kick gegeben nochmal richtig zu reflektieren. Diese oder ähnliche Fragen kennt bestimmt jeder:

Ist das schon alles gewesen? Möchte ich das mein Lebenlang machen?

NEIN. Eine ganz klare Antwort. NEIN, das ist nicht alles gewesen. Ich möchte nicht den Rest meines Lebens das machen was ich gerade mache. Es war alles okay, ich war nicht unzufrieden, aber es fehle auch die pure Leidenschaft. Deswegen habe ich Ende Juli den entschluss gefasst nicht nur meinen Job zu wechseln und neue Wege zu gehen, sondern auch den Leistungssport an den Nagel zu hängen. Ja, ich höre damit jetzt auf. Das tut mir für alle Leid die aus sportlicher Sicht auf mich gesetzt haben.

Hochleistungssport statt Leistungssport 😉

ABER: ich kann Euch beruhigen. Ich höre zwar auf mit dem Leistungssport, beginne dafür jetzt mit dem Hochleistungssport 😉 Wenn ich durch meinen Weltrekord 2017 eines gelernt habe dann ist es das, das wenn man was wirklich will, mit 1HundertProzent Power dahinterstehen muss. Und das mache ich jetzt. So habe ich im Winter 2018/2019 bereits eine Mentaltrainer-Ausbildung begonnen. Eine weitere Ausbildung zum Trainer C Leistungssport im Triathlon folgt jetzt im Herbst und auch mein ganzen sportwissenschaftliches Wissen etc. werde ich ab sofort in mein sportliches Wachstum und ich die sportliche Entwicklung meiner betreuten Athleten stecken. Bei meinen Gedankengängen ist nämlich folgendes herausgekommen:

Ich lasse Menschen, durch mein Lebensumfeld “Sportleben”, gemeinsam mit mir zusammen wachsen und erweitere meine Grenzen durch das Verlassen von Komfortzonen, um mit mir selbst und anderen glücklich, achtsam, dankbar und nachhaltig Leben zu dürfen.

Deswegen freue ich mich unfassbar doll auf einen neuen Abschnitt meines Lebens. Ein echtes Sportleben. Einige Level in dem Spiel meines Lebens habe ich bereits erfolgreich absolviert. Dafür bin ich unfassbar dankbar. Auch für alle die mich dabei unterstützt haben und begleitet haben. Nun wird es Zeit für ein neues Level. Ich freue mich auf die Herausforderung und auf das gemeinsame Wachstum.

In diesem Sinne: Lasst uns mit 1HundertProzent durchstarten.

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